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Entlastungsleistungen & Pflegeberatung

Pflege ist nicht allein zu tragen. Der Entlastungsbetrag nach § 45a SGB XI, kostenlose Pflegeberatung und Pflegestützpunkte helfen Pflegebedürftigen und Angehörigen — im Alltag und in Krisen.

Entlastungsleistungen und Pflegeberatung für Pflegebedürftige
EINSTIEG

Entlastungsleistungen und Pflegeberatung — was Ihnen zusteht

Die Pflegekasse bietet mehr als Pflegegeld und Pflegesachleistungen. Entlastungsleistungen und Pflegeberatung sind zwei wichtige Säulen, die oft übersehen werden — aber maßgeblich zur Qualität der Pflege beitragen.

Der Entlastungsbetrag nach § 45a SGB XI beträgt 125 Euro pro Monat für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 bis 5. Er kann für Betreuungsangebote, Pflegekurse, Haushaltshilfe oder teilstationäre Pflege genutzt werden. Nicht genutzte Beträge können in die folgenden Monate übertragen werden.

Die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI ist für alle Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen kostenlos. Pflegestützpunkte helfen bei Pflegeplanung, Anträgen, Hilfsmitteln und Krisen. Diese Seite erklärt die wichtigsten Leistungen, Voraussetzungen und Verwendungsbeispiele.

ENTLASTUNGSLEISTUNGEN

Vier Leistungen, die Entlastung bringen

Die Pflegekasse kennt verschiedene Leistungen, die Pflegebedürftige und Angehörige entlasten. Vier sind besonders wichtig — jede mit eigenen Voraussetzungen und Verwendungszwecken.

Leistung 1

Entlastungsbetrag nach § 45a SGB XI

Der Entlastungsbetrag ist eine monatliche Geldleistung der Pflegekasse für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 bis 5. Er dient der Entlastung pflegender Angehöriger und der Förderung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag.

Betrag: 125 Euro pro Monat

Voraussetzung: Pflegegrad 1 bis 5, häusliche Pflege

Verwendung: Betreuungsangebote, Pflegekurse, Reinigung, Einkäufe, Haushaltshilfe, Tagespflege

Beantragung: Bei der Pflegekasse, Nachweis über Verwendung erforderlich

Leistung 2

Pflegeberatung nach § 7a SGB XI

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen haben Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung. Pflegestützpunkte helfen bei der Pflegeplanung, Auswahl von Pflegediensten, Hilfsmitteln und Finanzierungsfragen.

Betrag: Kostenlos

Voraussetzung: Pflegegrad 1 bis 5 oder Pflegebedürftigkeit, Angehörige

Verwendung: Pflegeplanung, Hilfsmittelberatung, Antragsstellung, Krisenberatung

Beantragung: Direkt beim Pflegestützpunkt oder über die Pflegekasse

Leistung 3

Beratungseinsätze nach § 37 Abs. 3 SGB XI

Bei Bezug von Pflegegeld müssen regelmäßig Beratungseinsätze durch zugelassene Pflegedienste stattfinden. Sie sichern die Pflegequalität und entlasten Angehörige durch Beratung.

Betrag: Kostenlos, über Pflegekasse

Voraussetzung: Pflegegrad 2 bis 5, Pflegegeldbezug, häusliche Pflege

Verwendung: Pflegeberatung, Qualitätssicherung, Hilfsmittelberatung

Beantragung: Automatisch bei Pflegegeldbezug, halbjährlich oder vierteljährlich

Leistung 4

Zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI

Für Pflegebedürftige mit eingeschränktem Alltagskompetenz — meist Demenz — gibt es zusätzliche Betreuungsleistungen. Sie umfassen Betreuung in Gruppen, Einzelbetreuung und Entlastung der Angehörigen.

Betrag: Bis zu 125 Euro pro Monat, zusätzlich zum Entlastungsbetrag

Voraussetzung: Eingeschränkte Alltagskompetenz, Pflegegrad 1 bis 5

Verwendung: Tagesbetreuung, Einzelbetreuung, Angehörigenentlastung

Beantragung: Bei der Pflegekasse, ärztliche Begutachtung erforderlich

Pflege ist mehr als Pflegen — sie ist auch Beraten, Entlasten und Begleiten. Wer Hilfe annimmt, pflegt besser.
unbekannt
PFLEGESTUETZPUNKTE

Pflegestützpunkte — neutrale Beratung in Ihrer Region

Pflegestützpunkte sind die erste Anlaufstelle für Pflegebedürftige und Angehörige. Sie bieten kostenlose, neutrale und vertrauliche Beratung nach § 7a SGB XI.

Trägerschaft

Pflegestützpunkte werden von Pflegekassen, Kommunen oder Wohlfahrtsverbänden getragen. Sie sind neutral und unabhängig von einzelnen Pflegediensten.

Aufgabe

Pflegestützpunkte bieten kostenlose Beratung nach § 7a SGB XI. Sie helfen bei Pflegeplanung, Anträgen, Hilfsmitteln und der Auswahl von Pflegediensten und Einrichtungen.

Erreichbarkeit

Pflegestützpunkte sind regional organisiert und meist in Städten und Landkreisen erreichbar. Viele bieten Telefonberatung und Hausbesuche an.

Kosten

Die Beratung durch Pflegestützpunkte ist kostenlos. Die Kosten übernehmen die Pflegekassen. Es entstehen keine Kosten für Pflegebedürftige oder Angehörige.

Vertraulichkeit

Pflegeberatung ist vertraulich. Daten werden nicht ohne Einverständnis weitergegeben. Die Beratung ist unabhängig und neutral.

Inhalt

Pflegestützpunkte beraten zu Pflegegrad, Leistungen der Pflegekasse, Pflegediensten, Hilfsmitteln, Wohnraumanpassung, Entlastung und Krisen.

VERWENDUNG

Wie kann der Entlastungsbetrag genutzt werden?

Der Entlastungsbetrag von 125 Euro pro Monat ist flexibel einsetzbar. Vier Beispiele zeigen, wie Pflegebedürftige und Angehörige ihn sinnvoll verwenden.

EinsatzBeschreibungTypischer Umfang
BetreuungsangeboteStundenweise Betreuung durch ambulante Dienste, Betreuungsgruppen für Demenzkranke, Begleitung bei Spaziergängen oder Aktivitäten.2 bis 8 Stunden pro Woche
Pflegekurse und SchulungenKurse für pflegende Angehörige: Heben und Tragen, Wundversorgung, Demenzbetreuung, Sturzprophylaxe. Stärken das Selbstvertrauen.Einmalig oder regelmäßige Auffrischung
Haushaltshilfe und ReinigungUnterstützung bei der Hausarbeit: Reinigung, Wäschepflege, Einkäufe, Mahlzeitenzubereitung. Entlastet pflegende Angehörige im Alltag.3 bis 10 Stunden pro Woche
Tages- und NachtpflegeTeilstationäre Pflege an einzelnen Tagen oder Nächten pro Woche. Entlastet Angehörige und gibt Pflegebedürftigen Struktur.1 bis 5 Tage pro Woche
ZAHLEN & FAKTEN

Entlastungsleistungen in Zahlen

125 Euro
Monatlicher Entlastungsbetrag nach § 45a SGB XI
100 %
Kostenübernahme der Pflegeberatung durch die Pflegekasse
5
Pflegegrade, die alle Anspruch auf Entlastungsleistungen haben
125 Euro
Zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI
KOSTEN & ENTWICKLUNG

Wie wird der Entlastungsbetrag genutzt?

Betreuungsangebote 35%

Stundenweise Betreuung und Gruppenangebote

Haushaltshilfe und Reinigung 28%

Unterstützung bei der Hausarbeit

Tages- und Nachtpflege 22%

Teilstationäre Pflege an einzelnen Tagen

Pflegekurse und Schulungen 15%

Kurse für pflegende Angehörige

SCHRITTE

Fünf Schritte zur Entlastung

Wer Entlastungsleistungen und Pflegeberatung nutzen möchte, sollte frühzeitig handeln. Diese fünf Schritte helfen, alle Leistungen zu klären und zu beantragen.

1

Pflegegrad feststellen

Voraussetzung für alle Entlastungsleistungen ist ein Pflegegrad 1 bis 5. Beantragen Sie die Pflegebegutachtung durch den MD bei der Pflegekasse, falls noch nicht geschehen.

2

Pflegestützpunkt kontaktieren

Suchen Sie einen Pflegestützpunkt in Ihrer Region. Die Beratung ist kostenlos und neutral. Die Berater helfen bei der Pflegeplanung, der Auswahl von Leistungen und der Antragsstellung.

3

Bedarf klären

Überlegen Sie, welche Entlastung sinnvoll ist: Betreuungsangebote, Haushaltshilfe, Pflegekurse oder teilstationäre Pflege. Der Pflegestützpunkt hilft bei der Einschätzung.

4

Antrag bei der Pflegekasse stellen

Reichen Sie den Antrag auf den Entlastungsbetrag bei der Pflegekasse ein. Geben Sie an, wofür Sie die Leistung nutzen möchten. Die Pflegekasse bewilligt den Betrag in der Regel zügig.

5

Leistungen nutzen und abrechnen

Nutzen Sie die genehmigten Leistungen. Reichen Sie Rechnungen oder Nachweise bei der Pflegekasse ein. Nicht genutzte Beträge können in die folgenden Monate übertragen werden — bis zu 12 Monate.

PRAXIS-TIPPS

Tipps zu Entlastungsleistungen und Pflegeberatung

01

Beantragen Sie den Entlastungsbetrag frühzeitig — er steht allen Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 1 bis 5 zu.

02

Nicht genutzte Beträge können in die folgenden Monate übertragen werden — bis zu 12 Monate.

03

Kontaktieren Sie einen Pflegestützpunkt. Die Beratung nach § 7a SGB XI ist kostenlos und neutral.

04

Überlegen Sie, welche Entlastung sinnvoll ist: Betreuung, Haushaltshilfe, Pflegekurse oder Tagespflege.

05

Bei Pflegegeldbezug finden regelmäßig Beratungseinsätze statt — nutzen Sie diese als kostenlose Beratung.

06

Zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI gelten für Demenzkranke mit eingeschränkter Alltagskompetenz.

07

Reichen Sie alle Rechnungen vollständig ein. Unvollständige Unterlagen verzögern die Erstattung.

08

Pflegestützpunkte sind neutral und unabhängig — sie vertreten keine Pflegedienste oder Einrichtungen.

09

Sprechen Sie offen über Ihren Bedarf. Die Berater können nur helfen, wenn sie die Situation kennen.

10

Kombinieren Sie Entlastungsleistungen mit Verhinderungspflege, Tagespflege und Kurzzeitpflege.

HÄUFIG GEFRAGT

Häufige Fragen zu Entlastungsleistungen und Pflegeberatung

Der Entlastungsbetrag ist eine monatliche Geldleistung der Pflegekasse in Höhe von 125 Euro für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 bis 5. Er kann für Betreuungsangebote, Pflegekurse, Haushaltshilfe oder teilstationäre Pflege genutzt werden. Nicht genutzte Beträge können in die folgenden Monate übertragen werden.

Anspruch haben alle Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 1 bis 5, die häuslich gepflegt werden. Pflegegrad 1 hat nur Anspruch auf den Entlastungsbetrag, nicht auf Pflegegeld oder Sachleistungen. Beantragt wird der Betrag bei der Pflegekasse.

Ja. Die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI ist für alle Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen kostenlos. Die Kosten übernehmen die Pflegekassen. Pflegestützpunkte sind neutral und unabhängig. Es entstehen keine Kosten für Pflegebedürftige oder Angehörige.

Pflegestützpunkte sind regional organisiert — meist in Städten und Landkreisen. Sie können über die Pflegekasse, die Kommune oder online gefunden werden. Viele bieten Telefonberatung und Hausbesuche an. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich.

Bei Bezug von Pflegegeld müssen regelmäßig Beratungseinsätze durch zugelassene Pflegedienste stattfinden — bei Pflegegrad 2 bis 5 halbjährlich, bei Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten. Die Einsätze sichern die Pflegequalität und entlasten Angehörige.

Nein, der Betrag ist zweckgebunden. Er kann für Betreuungsangebote, Pflegekurse, Haushaltshilfe, Einkäufe, Reinigung und teilstationäre Pflege genutzt werden. Nicht zulässig ist die Zahlung an Angehörige oder die Nutzung für reine Pflegekosten. Die Pflegekasse fordert Nachweise über die Verwendung.

Nicht genutzte Beträge können in die folgenden Monate übertragen werden — bis zu 12 Monate. Danach verfällt der Anspruch. Es lohnt sich, den Betrag regelmäßig zu nutzen und Rechnungen bei der Pflegekasse einzureichen.

Für Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz — meist Demenzkranke — gibt es zusätzliche Betreuungsleistungen von bis zu 125 Euro pro Monat. Sie umfassen Betreuung in Gruppen, Einzelbetreuung und Entlastung der Angehörigen. Die Leistungen werden bei der Pflegekasse beantragt und erfordern eine ärztliche Begutachtung.

Nein, Pflegeberatung muss nicht beantragt werden. Sie können sich direkt an einen Pflegestützpunkt wenden. Die Beratung ist unabhängig von der Pflegekasse und vertraulich. Die Berater helfen bei Pflegeplanung, Anträgen und Krisen — ohne Pflicht, Leistungen zu beziehen.

Ja. Pflegeberatung kann auch vor der Feststellung eines Pflegegrades in Anspruch genommen werden — etwa bei ersten Pflegesituationen, bei Demenz oder bei der Pflegeplanung. Pflegestützpunkte beraten kostenlos und helfen bei der Beantragung eines Pflegegrades.

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