
Grabstein-Arten & Formen
Vom Einzelgrabstein bis zum Familiengrabmal — welche Grabstein-Art passt zu welcher Grabstätte? Maße, Kosten, Formen und Gestaltungsmöglichkeiten im Überblick.

Grabstein-Arten — welcher Stein für welches Grab?
Ein Grabstein ist weit mehr als nur ein Markierung einer Grabstätte. Er ist dauerhaftes Zeichen der Erinnerung, Ausdruck der Würdigung und oft über Generationen hinweg sichtbar. Welche Grabstein-Art die richtige ist, hängt von der Art der Grabstätte, der Anzahl der Bestatteten, der Friedhofsordnung und nicht zuletzt von den persönlichen Vorstellungen ab.
Diese Seite stellt die vier wichtigsten Grabstein-Typen vor — Einzelgrabstein, Doppelgrabstein, Familiengrabmal und Urnengrabstein — und zeigt die häufigsten Grabstein-Formen von der klassischen Stele bis zur modernen Freiform.
Die 4 wichtigsten Grabstein-Arten
Jede Grabstein-Art hat eigene Eigenschaften, Maße und Preisspannen. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu den vier Typen, die auf deutschen Friedhöfen am häufigsten vorkommen.
Typ 1
Einzelgrabstein
Der Einzelgrabstein ist die klassische Wahl für ein einzelnes Grabfeld. Er kennzeichnet die letzte Ruhestätte einer Person und bietet Platz für Inschrift, Lebensdaten und gegebenenfalls ein Symbol oder Bild. Er ist die kleinste und kostengünstigste Variante der aufrechten Grabsteine.
Eigenschaften: Höhe 80 bis 120 cm, Breite 50 bis 80 cm, Dicke 15 bis 25 cm. Eine Grabplatte oder ein Sockel können ergänzt werden. Der Stein wird in der Regel auf ein Betonfundament gesetzt.
Typische Kosten: 800 Euro bis 3.500 Euro je nach Material, Bearbeitung und Inschrift. Liegende Grabplatten beginnen bereits bei ca. 400 Euro.
Vorteile: Kompakt, überschaubar im Preis, ideal für einzelne Grabstellen
Nachteile: Begrenzter Platz für Inschriften und Symbole, keine Erweiterung für weitere Personen
Typ 2
Doppelgrabstein
Der Doppelgrabstein fasst zwei Grabstellen in einem gemeinsamen Grabmal. Er wird häufig für Ehepaare oder Lebenspartner gewählt, die gemeinsam bestattet werden. Die Inschriftenfelder können nebeneinander oder übereinander angeordnet sein, oft mit einer gemeinsamen Überschrift oder Symbolik.
Eigenschaften: Höhe 100 bis 140 cm, Breite 90 bis 140 cm, Dicke 20 bis 30 cm. Ein gemeinsamer Sockel oder eine durchgehende Grabplatte sind typisch. Die Anordnung der Inschriften wird individuell festgelegt.
Typische Kosten: 2.000 Euro bis 6.000 Euro. Liegende Doppelgrabplatten kosten etwa 1.200 bis 4.000 Euro.
Vorteile: Würdevolle gemeinsame Erinnerung, oft günstiger als zwei Einzelsteine, einheitliche Optik
Nachteile: Höherer Preis als Einzelgrabstein, größere Grabfläche erforderlich
Typ 3
Familiengrabmal
Das Familiengrabmal ist die großzügigste Variante und bietet Platz für mehrere Generationen. Es wird als dauerhaftes Grabmal angelegt, das für die gesamte Liegezeit der Grabstätte genutzt wird. Oft handelt es sich um eine Kombination aus aufrechtem Grabstein und liegenden Grabplatten für die einzelnen Bestattungen.
Eigenschaften: Höhe 120 bis 180 cm, Breite 120 bis 200 cm. Oft als Anlage mit Hauptstein und mehreren Begleitplatten gestaltet. Aufwendige Bearbeitung,个别 gefertigte Formen und Reliefs möglich.
Typische Kosten: 4.000 Euro bis 15.000 Euro, bei aufwändiger Gestaltung auch deutlich mehr.
Vorteile: Dauerhafte Erinnerung für die ganze Familie, hohe gestalterische Freiheit, repräsentativ
Nachteile: Hohe Investition, großer Platzbedarf, aufwändige Pflege
Typ 4
Urnengrabstein
Der Urnengrabstein ist speziell für Urnenbestattungen ausgelegt. Da Urnengräber deutlich kleiner sind als Erdgräber, sind auch die Grabsteine kompakter. Es gibt aufrechte Kleinstelen, liegende Urnenplatten und kompaktaufgestellte Urnensteine mit Symbolen oder Bildnisreliefs.
Eigenschaften: Höhe 40 bis 90 cm, Breite 40 bis 70 cm, Dicke 10 bis 20 cm. Liegende Urnenplatten sind typischerweise 50 mal 50 cm groß.
Typische Kosten: 400 Euro bis 2.000 Euro. Da Urnengräber oft kürzere Liegezeiten haben, sind auch die Steine einfacher ausgeführt.
Vorteile: Kompakt, kostengünstig, ideal für Urnenwände und Rasengrabfelder
Nachteile: Begrenzter Platz, weniger Gestaltungsspielraum, oft kürzere Liegezeit des Grabes
Ein Grabstein ist nicht nur ein Zeichen des Todes, sondern ein Zeichen des Lebens, das war.
Grabstein-Formen — von der Stele bis zur Freiform
Neben der Art des Grabsteins gibt es eine Vielzahl an Formen, die das Erscheinungsbild des Grabmals prägen. Die Wahl der Form ist oft eine Frage des persönlichen Geschmacks, der Friedhofsordnung und der Grabanlage.
Form 1: Stele
Die Stele ist ein schlanker, aufrechter Grabstein mit gleichmäßiger oder leicht verjüngter Form. Sie wirkt elegant und zurückhaltend und eignet sich für moderne wie klassische Grabanlagen.
Typischer Einsatz: Einzelgrab, Doppelgrab, Urnengrab
Form 2: Kreuz
Das Kreuz ist die traditionellste Grabsteinform im christlichen Kulturkreis. Es wird als schlichtes Holzkreuz oder als dauerhafter Naturstein ausgeführt und trägt oft nur den Namen und die Lebensdaten.
Typischer Einsatz: Einzelgrab, Doppelgrab, christliche Friedhöfe
Form 3: Liegende Grabplatte
Die liegende Grabplatte bedeckt die gesamte Grabfläche. Sie ist pflegeleicht, da sie das Graswachstum unterdrückt, und wirkt dezent. Oft wird sie mit einem aufrechten Begleitstein kombiniert.
Typischer Einsatz: Einzelgrab, Doppelgrab, Urnengrab
Form 4: Block / Würfel
Der massive Block oder Würfel wirkt kompakt und beständig. Er kann aufrecht oder liegend eingesetzt werden und bietet großzügige Inschriftflächen auf mehreren Seiten.
Typischer Einsatz: Einzelgrab, Familiengrab, Urnengrab
Form 5: Moderne Freiform
Moderne Grabsteine brechen mit klassischen Formen und nutzen asymmetrische, skulpturale oder minimalistische Gestaltungen. Sie sind individualisierte Unikate und oft teurer in der Fertigung.
Typischer Einsatz: Einzelgrab, Familiengrab, moderne Grabanlagen
Form 6: Herzform
Das herzförmige Grabmal ist eine emotionale, oft für Kinder oder enge Angehörige gewählte Form. Es ist weniger verbreitet, aber an vielen Friedhöfen erlaubt.
Typischer Einsatz: Einzelgrab, Kindergrab, Urnengrab
Vergleichstabelle der Grabstein-Arten
Alle vier Grabstein-Typen auf einen Blick — Höhe, Breite, Personenanzahl, Preisrahmen und typische Liegezeit.
Grabstein-Arten in Zahlen
Welche Grabstein-Art passt zu welchem Grab?
Die Wahl der Grabstein-Art hängt von mehreren Faktoren ab. Diese Übersicht hilft bei der ersten Einordnung.
Grabart klären
Reihengrab, Wahlgrab oder Urnengrab? Die Grabart bestimmt, welche Grabstein-Typen überhaupt möglich sind. Reihengräber haben oft vorgegebene Maße, Wahlgräber bieten mehr Freiheit.
Personenanzahl festlegen
Soll das Grabmal eine, zwei oder mehrere Personen aufnehmen? Daraus ergibt sich, ob ein Einzel-, Doppel- oder Familiengrabstein die richtige Wahl ist.
Friedhofsordnung prüfen
Jeder Friedhof hat eigene Regeln zu Größe, Material und Form von Grabsteinen. Vor der Planung sollte die Friedhofsordnung zwingend eingeholt werden.
Budget festlegen
Das Budget schränkt die Wahl ein. Urnengrabsteine beginnen bei etwa 400 Euro, Familiengrabmale können über 15.000 Euro kosten. Ein klarer Rahmen hilft, passende Angebote zu finden.
Form und Material wählen
Nach den Rahmenbedingungen folgt die ästhetische Wahl: Stele, Kreuz, liegende Platte, Block oder moderne Freiform — kombiniert mit dem passenden Naturstein.
Tipps zur Wahl der richtigen Grabstein-Art
Klären Sie vor der Steinmetz-Suche, welche Grabart vorliegt — das schränkt die möglichen Grabstein-Typen sofort ein.
Holen Sie die Friedhofsordnung des Ziel-Friedhofs ein, bevor Sie einen Entwurf in Auftrag geben. Viele Friedhöfe haben Vorgaben zu Höhe, Breite und Material.
Denken Sie über die Liegezeit nach: Je länger das Grab besteht, desto roboter muss das Material sein. Granit hält Jahrzehnte, Sandstein benötigt mehr Pflege.
Bei Doppelgräbern lohnt sich ein gemeinsames Grabmal oft mehr als zwei Einzelsteine — sowohl preislich als auch gestalterisch.
Urnengrabsteine sind deutlich kompakter und günstiger. Wenn eine Urnenbestattung infrage kommt, reduzieren sich Kosten und Platzbedarf erheblich.
Moderne Freiformen sind individuell, aber teurer. Prüfen Sie, ob die Friedhofsordnung asymmetrische oder skulpturale Formen überhaupt zulässt.
Planen Sie etwa 10 bis 15 Prozent des Budgets als Puffer für Fundament, Lieferung, Aufstellung und nachträgliche Änderungen.
Lassen Sie sich mehrere Entwürfe des Steinmetzes zeigen und vergleichen Sie mindestens zwei Angebote, bevor Sie sich entscheiden.
Häufige Fragen zu Grabstein-Arten
Ein Reihengrab wird der Reihe nach vergeben, hat eine festgelegte Liegezeit und oft strenge Vorgaben zur Grabstein-Größe. Ein Wahlgrab kann selbst ausgewählt werden, bietet mehr Gestaltungsfreiheit und lässt sich oft für mehrere Personen oder Generationen nutzen.
Für Urnengräber eignen sich kompakte Urnengrabsteine — aufrechte Kleinstelen mit 40 bis 90 cm Höhe oder liegende Urnenplatten mit etwa 50 mal 50 cm. Da Urnengräber kleiner sind, sind auch die Grabmale kompakter und kostengünstiger.
Die maximale Größe hängt von der Friedhofsordnung ab. Typische Höhen liegen bei 80 bis 120 cm für Einzelgrabsteine, bis zu 180 cm für Familiengrabmale. Die Breite orientiert sich an der Grabfeldgröße.
Ja, das ist möglich, aber unüblich. In der Regel wird ein gemeinsamer Doppelgrabstein gewählt, der beide Grabstellen einfasst. Zwei Einzelsteine sind teurer und optisch weniger einheitlich.
Ein Einzelgrabstein kostet etwa 800 bis 3.500 Euro, ein Doppelgrabstein 2.000 bis 6.000 Euro, ein Familiengrabmal 4.000 bis 15.000 Euro und ein Urnengrabstein 400 bis 2.000 Euro. Material, Bearbeitung und Inschrift bestimmen den Preis maßgeblich.
Innerhalb der Vorgaben der Friedhofsordnung ja. Viele Friedhöfe lassen klassische Formen wie Stele, Kreuz und liegende Platte zu, moderne Freiformen sind jedoch nicht überall erlaubt. Klären Sie das vor der Beauftragung.
Eine liegende Grabplatte bedeckt die gesamte Grabfläche und wird oft mit einem aufrechten Begleitstein kombiniert. Sie ist pflegeleicht, da sie Grasbewuchs unterdrückt, wirkt aber dezent und ist an vielen Friedhöfen vorgeschrieben.
Je nach Material und Bearbeitung etwa 4 bis 12 Wochen. Einfache Standardmodelle sind schneller fertig, individuelle Entwürfe und aufwändige Inschriften benötigen mehr Zeit. Planen Sie frühzeitig.
Grundsätzlich möglich, aber selten empfehlenswert. Gebrauchte Grabsteine stammen oft von aufgelassenen Gräbern und benötigen eine neue Inschrift. Prüfen Sie Zustand, Material und rechtliche Vorgaben vor dem Kauf.
Ein Familiengrabmal ist ein großzüglich gestaltetes Grabmal, das für mehrere Generationen einer Familie vorgesehen ist. Es besteht oft aus einem Hauptstein und mehreren Begleitplatten und kann 4.000 bis über 15.000 Euro kosten.
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Rund 35 Prozent aller Grabsteine in Deutschland sind Einzelgrabsteine.
Der Anteil von Urnengrabsteinen wächst seit Jahren, da Urnenbestattungen deutlich zunehmen.
Familiengrabmale machen nur etwa 10 Prozent der Grabsteine aus, haben aber das höchste Preissegment.
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