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Palliativstation vs. Krankenhaus

Palliativstationen sind spezialisierte Stationen im Krankenhaus für Menschen mit nicht heilbaren Erkrankungen. Unterschiede, Team, Aufenthalt und Vorteile — verständlich erklärt.

Palliativstation im Krankenhaus
EINSTIEG

Palliativstation — spezialisierte Versorgung im Krankenhaus

Eine Palliativstation ist eine spezialisierte Station im Krankenhaus, die sich der Versorgung von Menschen mit nicht heilbaren Erkrankungen widmet. Sie ist keine Sterbestation, sondern ein Ort, an dem Symptome gelindert, Lebensqualität erhalten und der weitere Weg geplant wird.

Im Gegensatz zur allgemeinen Krankenhausstation steht nicht die Heilung im Vordergrund, sondern die Linderung von Symptomen — von Schmerzen über Atemnot bis hin zu Angst und Unruhe. Das multiprofessionelle Team aus Palliativärzten, Fachpflegekräften, Psychologen, Sozialarbeitern und Seelsorgern sorgt für eine ganzheitliche Betreuung.

VERGLEICH

Palliativstation vs. allgemeine Krankenhausstation

Palliativstation und allgemeine Krankenhausstation unterscheiden sich in Behandlungsziel, Team, Atmosphäre und Einbeziehung der Angehörigen.

MerkmalKrankenhaus (allgemein)Palliativstation
BehandlungszielHeilung der Erkrankung (kurativ), Lebensverlängerung, Diagnostik und Therapieoptimierung.Linderung von Symptomen, Erhalt der Lebensqualität, Begleitung im letzten Lebensabschnitt.
TeamFachärzte der jeweiligen Disziplin, Pflegekräfte, Therapeuten, teils Konsiliardienste.Multiprofessionelles Palliativteam: Palliativärzte, Fachpflege, Psychologen, Sozialarbeiter, Seelsorger.
AufenthaltBis zur medizinischen Stabilität oder Entlassung, oft kurze Liegezeiten.Bis zur Symptomstabilisierung, Entlassung nach Hause oder Übergang in Hospiz/Pflegeheim, ca. 14 Tage.
AtmosphäreKlinisch, funktional, auf Diagnostik und Therapie ausgerichtet.Wohnlich, ruhig, auf Wohlbefinden und Begegnung ausgerichtet, Angehörige willkommen.
AngehörigeBesuchszeiten, eingeschränkte Mitwirkung.Angehörige rund um die Uhr willkommen, Übernachtung oft möglich, aktive Einbeziehung.
TherapiefokusMedikamentöse, operative, interventionelle Therapie.Symptomlinderung, psychosoziale Begleitung, spirituelle Begleitung, Pflegekomfort.
Eine Palliativstation ist kein Ort des Aufgebens, sondern ein Ort der Zuwendung — wo Leben bis zuletzt in Würde möglich ist.
unbekannt
MULTIPROFESSIONELLES TEAM

Das Team der Palliativstation

Palliativstationen haben ein multiprofessionelles Team, das den Patienten und seine Angehörigen ganzheitlich begleitet. Jede Rolle leistet einen eigenen Beitrag.

Palliativärztinnen und -ärzte

Fachärzte für Palliativmedizin, koordinieren die Behandlung, verschreiben Medikamente, führen Gespräche, passen Therapie an.

Palliativ-Fachpflegekräfte

Spezialisierte Pflegefachkräfte, übernehmen die Pflege, beraten Angehörige, dokumentieren Symptome, haben Zeit für Gespräche.

Psychologinnen und Psychologen

Begleiten Patient und Angehörige, helfen bei Angst, Depression und Verarbeitung, bieten Trauerbegleitung an.

Sozialarbeiterinnen und -arbeiter

Beraten zu sozialrechtlichen Fragen, Pflegegrad, Vollmachten, unterstützen bei der Organisation nach der Entlassung.

Seelsorgerinnen und Seelsorger

Begleiten spirituell, bieten Gespräche an, unterstützen bei existenziellen Fragen, conducted Sterberituale.

Physiotherapeutinnen und -therapeuten

Erhalten Mobilität, lindern Schmerzen durch physikalische Maßnahmen, helfen bei Atemtherapie und Lagerung.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

Begleiten Patient und Angehörige, bieten Zeit und Präsenz, entlasten das Fachpersonal bei nicht-medizinischen Aufgaben.

Ernährungsberaterinnen und -berater

Beraten zu Ernährung am Lebensende, helfen bei Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und künstlicher Ernährung.

AUFENTHALT

Der Aufenthalt auf der Palliativstation

Der Aufenthalt auf einer Palliativstation folgt einem klaren Ablauf — von der Aufnahme über die Symptomstabilisierung bis zur Übergangsplanung. Die durchschnittliche Liegezeit beträgt etwa 14 Tage.

1

Aufnahme

Aufnahme auf der Palliativstation, in der Regel über das Krankenhaus, den Hausarzt oder die SAPV. Ein ausführliches Assessment erfasst Symptome, Wünsche und Bedürfnisse.

2

Symptomstabilisierung

Anpassung der Medikamente, Linderung von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und anderen Symptomen. Ziel: Stabilisierung und Erhalt der Lebensqualität.

3

Psychosoziale Begleitung

Gespräche mit Psychologen, Sozialarbeitern und Seelsorgern. Einbeziehung der Angehörigen, Klärung sozialrechtlicher Fragen, Vorbereitung auf den weiteren Verlauf.

4

Übergangsplanung

Planung des weiteren Wegs: Entlassung nach Hause mit SAPV, Übergang in ein Hospiz oder Pflegeheim, oder Verbleib auf der Palliativstation bis zum Lebensende.

5

Entlassung oder Verbleib

Entlassung nach Symptomstabilisierung mit ambulanter Weiterversorgung, oder Verbleib auf der Palliativstation bis zum Lebensende mit umfassender Begleitung.

ZAHLEN & FAKTEN

Palliativstation in Zahlen

14 Tage
Durchschnittliche Liegezeit auf einer Palliativstation
8
Berufsgruppen im multiprofessionellen Team
24 Std
Besuchsmöglichkeit für Angehörige pro Tag
330
Palliativstationen in Deutschland (Stand 2024)
KOSTEN & ENTWICKLUNG

Entlassungsziele von Palliativstationen

Entlassung nach Hause 35 %

Mit ambulanter Palliativversorgung (SAPV) oder Pflegedienst

Versterben auf der Palliativstation 30 %

Mit umfassender Begleitung im letzten Lebensabschnitt

Übergang in ein Hospiz 20 %

Für weitere Begleitung in würdevoller Umgebung

Übergang in Pflegeheim 10 %

Wenn häusliche Versorgung nicht möglich ist

Verlegung in anderes Krankenhaus 5 %

Bei speziellen medizinischen Erfordernissen

VORTEILE

Vorteile der Palliativstation

Palliativstationen bieten eine spezialisierte Versorgung, die auf einer allgemeinen Krankenhausstation nicht möglich ist. Diese Vorteile machen den Unterschied.

Spezialisierte Symptomlinderung

Palliativstationen haben palliativmedizinische Expertise und können komplexe Symptome lindern, die auf einer allgemeinen Krankenhausstation unzureichend behandelt werden.

Ganzheitliche Betreuung

Palliativstationen betrachten den Menschen ganz — körperlich, psychisch, sozial und spirituell. Nicht nur die Erkrankung, sondern der Patient steht im Mittelpunkt.

Zeit für Gespräche

Das Personal auf Palliativstationen hat mehr Zeit für Gespräche als auf allgemeinen Stationen. Wünsche, Ängste und Vorstellungen werden ernst genommen.

Angehörige willkommen

Angehörige sind rund um die Uhr willkommen, Übernachtungen sind oft möglich. Sie werden in die Betreuung einbezogen und selbst begleitet.

Würdevolle Umgebung

Palliativstationen sind wohnlich und ruhig gestaltet — mit Einzelzimmern, Aufenthaltsräumen, Gärten und Räumen für Stille und Begegnung.

Kontinuität der Versorgung

Palliativstationen koordinieren die weitere Versorgung — ob zu Hause mit SAPV, im Hospiz oder im Pflegeheim. Der Übergang wird begleitet.

PRAXIS-TIPPS

Tipps zur Palliativstation

01

Fragen Sie im Krankenhaus frühzeitig nach, ob eine Palliativstation vorhanden ist. Oft wird die Verlegung nicht automatisch angeboten.

02

Palliativstationen sind keine Sterbestationen. Sie können auch zur Symptomstabilisierung genutzt werden, um dann nach Hause zu gehen.

03

Beziehen Sie Angehörige in den Aufenthalt ein. Auf Palliativstationen sind sie rund um die Uhr willkommen und können übernachten.

04

Nutzen Sie das multiprofessionelle Team. Psychologen, Sozialarbeiter und Seelsorger sind für Patient und Angehörige da.

05

Sprechen Sie offen über Wünsche und Vorstellungen. Die Palliativstation respektiert die Selbstbestimmung des Patienten.

06

Klären Sie frühzeitig den weiteren Weg. Entlassung nach Hause mit SAPV, Übergang in Hospiz oder Pflegeheim — das Team hilft bei der Planung.

07

Stellen Sie sicher, dass Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht vorliegen. Die Palliativstation arbeitet nach den Wünschen des Patienten.

08

Fragen Sie nach Trauerbegleitung. Viele Palliativstationen bieten Angehörigen nach dem Tod eine Trauerbegleitung an.

HÄUFIG GEFRAGT

Häufige Fragen zur Palliativstation

Eine Palliativstation ist eine spezialisierte Station im Krankenhaus, die sich der Versorgung von Menschen mit nicht heilbaren Erkrankungen widmet. Sie ist keine Sterbestation, sondern ein Ort, an dem Symptome gelindert, Lebensqualität erhalten und der weitere Weg geplant wird.

Nein. Eine Palliativstation ist keine Sterbestation. Zwar versterben etwa 30 % der Patienten dort, aber viele werden stabilisiert und können nach Hause oder in ein Hospiz entlassen werden. Die Palliativstation ist ein Ort der Linderung und Begleitung.

Die durchschnittliche Liegezeit auf einer Palliativstation beträgt etwa 14 Tage. Danach wird der Patient entlassen — nach Hause mit ambulanter Versorgung, in ein Hospiz oder ein Pflegeheim. In einigen Fällen bleibt der Patient bis zum Lebensende.

Auf einer Palliativstation steht nicht die Heilung im Vordergrund, sondern die Linderung von Symptomen und die Lebensqualität. Das Team ist multiprofessionell, die Atmosphäre ist wohnlich, Angehörige sind rund um die Uhr willkommen und haben mehr Zeit für Gespräche.

Die Kosten für die Palliativstation werden von der Krankenkasse übernommen. Voraussetzung ist eine palliativmedizinische Indikation. Für den Patienten ist die Behandlung kostenlos.

Ja, auf vielen Palliativstationen ist das möglich. Es gibt oft Räume für Angehörige oder Übernachtungsmöglichkeiten im Zimmer. Angehörige sind rund um die Uhr willkommen und werden in die Betreuung einbezogen.

Die Aufnahme erfolgt in der Regel über das Krankenhaus, den Hausarzt oder die SAPV. Wenn ein Patient im Krankenhaus ist und eine palliativmedizinische Versorgung benötigt, kann er auf die Palliativstation verlegt werden. Auch eine direkte Aufnahme ist möglich.

Nach der Entlassung wird die weitere Versorgung geplant. Mögliche Wege sind: Entlassung nach Hause mit ambulanter Palliativversorgung (SAPV), Übergang in ein Hospiz oder Pflegeheim. Das Palliativteam hilft bei der Koordination.

Nein. Nicht jedes Krankenhaus hat eine Palliativstation. In Deutschland gibt es etwa 330 Palliativstationen (Stand 2024). In vielen Krankenhäusern gibt es jedoch palliativmedizinische Konsiliardienste, die palliativmedizinische Expertise auf allgemeinen Stationen bieten.

Ein Konsiliardienst ist ein Team aus Palliativmedizinern, das auf Anforderung Patienten auf allgemeinen Krankenhausstationen palliativmedizinisch betreut. Es ist eine Alternative, wenn das Krankenhaus keine eigene Palliativstation hat.

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