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Hospizverzeichnis & Hospiz finden

Wie finden Sie das passende Hospiz oder den zuständigen Hospizdienst in Ihrer Region? DHPV-Verzeichnis, Pflegeberatung, Hausarzt, Regionalsuche, Kriterien und Checkliste — verständlich und einfühlsam erklärt.

Landkarte von Deutschland mit Markierungen für Hospizstandorte
EINSTIEG

Hospiz finden — vier Wege, eine Entscheidung

Wer ein Hospiz oder einen Hospizdienst sucht, steht oft vor der Frage: Wo anfangen? Vier Wege führen zum Ziel — das DHPV-Verzeichnis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands, die Pflegeberatung der Krankenkasse, der Hausarzt und die Pflegestützpunkte der Kommunen. Jeder Weg hat eigene Stärken, oft ergänzen sie sich.

Die Regionalsuche ist zentral: Ambulante Hospizdienste kommen zum Hausbesuch, da ist regionale Nähe wichtig. Stationäre Hospize haben begrenzte Plätze, Anfahrtswege für Angehörige sollten berücksichtigt werden. Ein frühzeitiger Kontakt schafft Vertrauen und Zeit für die richtige Entscheidung.

Die Kriterien für die Wahl: ambulant oder stationär, regionale Erreichbarkeit, Leistungsprofil, Kosten und Finanzierung, persönlicher Eindruck. Die Checkliste am Ende dieser Seite hilft, strukturiert vorzugehen und nichts zu vergessen.

SUCHWEGE

Vier Wege, ein Hospiz zu finden

Es gibt nicht den einen Weg, ein Hospiz zu finden. Vier Wege haben sich bewährt — sie ergänzen sich und können kombiniert werden. Welcher der passende ist, hängt von der persönlichen Situation ab.

Weg 1

DHPV-Verzeichnis

Der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) führt das umfassendste Verzeichnis der Hospize und Hospizdienste in Deutschland. Die Suche nach Postleitzahl, Ort oder Region listet alle anerkannten ambulanten und stationären Einrichtungen — mit Kontaktdaten, Leistungsprofil und regionaler Zuordnung.

Eigenschaften: Online-Suche nach PLZ/Ort, ambulante und stationäre Einrichtungen, Kontaktdaten.

Kosten: Kostenlose Nutzung.

Stärken: Vollständige, aktuelle Übersicht, anerkannte Einrichtungen, regionale Suche

Grenzen: Keine persönliche Empfehlung, eigene Recherche nötig

Weg 2

Pflegeberatung der Krankenkasse

Die Pflegeberatung der Krankenkasse kennt das regionale Versorgungsangebot und berät kostenlos. Sie hilft bei der Einordnung des Pflegebedarfs, empfiehlt regionale Hospizdienste und stationäre Hospize und unterstützt bei der Klärung der Kostenübernahme. Auch Pflegestützpunkte der Kommunen bieten diese Beratung.

Eigenschaften: Kostenlose Beratung, regional, telefonisch oder vor Ort, unterstützt Klärung der Kostenübernahme.

Kosten: Kostenlos.

Stärken: Persönliche Beratung, regionale Kenntnis, Unterstützung bei Finanzierung

Grenzen: Terminvereinbarung nötig, begrenzte zeitliche Kapazitäten

Weg 3

Hausarzt und behandelnde Ärzte

Der Hausarzt kennt die medizinische Situation und hat oft Kontakte zu regionalen Hospizdiensten, SAPV-Teams und stationären Hospizen. Er kann die palliative Diagnose bestätigen, die für die Aufnahme nötig ist, und bei der Vermittlung unterstützen. Auch Fachärzte und Kliniksozialdienste sind wichtige Ansprechpartner.

Eigenschaften: Medizinische Einordnung, palliative Diagnose, regionale Vermittlung.

Kosten: Kostenlos.

Stärken: Medizinische Expertise, vertraute Ansprache, schnelle Vermittlung

Grenzen: Kennt nur eigene Netzwerke, nicht alle regionalen Angebote

Weg 4

Pflegestützpunkte und Kommunen

Pflegestützpunkte der Kommunen und Landkreise beraten kostenlos und neutral zu allen Fragen der Pflege und Sterbebegleitung. Sie kennen das regionale Angebot und helfen bei der Vermittlung von Hospizdiensten, Pflegediensten und stationären Hospizen. Auch Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie oder DRK bieten Beratung an.

Eigenschaften: Kommunale Beratung, neutral, kostenlos, regionale Kenntnis.

Kosten: Kostenlos.

Stärken: Unabhängige Beratung, regionale Kenntnis, Unterstützung bei Anträgen

Grenzen: Nicht in allen Regionen verfügbar, Öffnungszeiten variieren

Das richtige Hospiz findet man nicht über die Distanz, sondern über das Vertrauen.
unbekannt
KRITERIEN

Fünf Kriterien für die Wahl des Hospizes

Welches Hospiz passt? Welche Kriterien sind wichtig? Diese fünf Kriterien helfen, strukturiert vorzugehen und das passende Angebot zu finden.

Kriterium 1: Ambulant oder stationär

Brauchen Sie einen ambulanten Hospizdienst für Begleitung zu Hause oder ein stationäres Hospiz für Rund-um-die-Uhr-Versorgung? Die Entscheidung hängt vom Versorgungsaufwand, der Wohnsituation und den Wünschen des Sterbenden ab.

Typischer Einsatz: Versorgungsform, Wohnsituation, persönliche Wünsche

Kriterium 2: Regionale Erreichbarkeit

Wie weit ist das Hospiz entfernt? Bei ambulanter Begleitung kommt der Dienst zum Hausbesuch — regionale Nähe ist wichtig. Bei stationärer Aufnahme prüfen Sie die Anfahrtswege für Angehörige. Nähe schafft Vertrauen und erleichtert Besuche.

Typischer Einsatz: Entfernung, Anfahrtswege, Erreichbarkeit

Kriterium 3: Leistungsprofil und Spezialisierung

Welche Leistungen bietet der Hospizdienst an? Manche haben Spezialisierungen — etwa für Kinder, für bestimmte Erkrankungen, für Trauerbegleitung. Klären Sie, ob das Profil zu Ihren Bedürfnissen passt und ob SAPV-Anbindung besteht.

Typischer Einsatz: Leistungsumfang, Spezialisierung, SAPV-Anbindung

Kriterium 4: Kosten und Finanzierung

Ambulante Hospizdienste sind kostenlos. Bei stationären Hospizen klären Sie den Eigenanteil von ca. 10 bis 15 Euro pro Tag und die Kostenübernahme durch Krankenkasse, Pflegekasse und Sozialamt. Die Pflegeberatung hilft bei der Klärung.

Typischer Einsatz: Eigenanteil, Kostenträger, Sozialamt

Kriterium 5: Persönlicher Eindruck

Der persönliche Eindruck zählt. Ein Besuchsgespräch schafft Vertrauen — beim Hospizdienst oder im stationären Hospiz. Achten Sie auf Atmosphäre, Zugewandtheit, Offenheit für Ihre Fragen. Der „Chemiecheck" ist wichtig, denn Begleitung braucht Vertrauen.

Typischer Einsatz: Persönliches Gespräch, Atmosphäre, Vertrauen

VERGLEICH

Die vier Suchwege im Vergleich

Jeder Weg hat eigene Stärken. Diese Tabelle gibt einen Überblick über die vier Suchwege.

WegZugangStärkeSettingKostenAufwand
DHPV-VerzeichnisOnlineVollständige ÜbersichtBundesweitKostenlosRecherche
PflegeberatungPersönlichRegionale BeratungVor Ort / TelefonKostenlosTermin
HausarztMedizinischDiagnose & VermittlungPraxisKostenlosSprechstunde
PflegestützpunktKommunalNeutrale BeratungVor OrtKostenlosTermin
ZAHLEN & FAKTEN

Hospizversorgung in Deutschland

2300+
Hospize und Hospizdienste bundesweit
330
Stationäre Hospize in Deutschland
1500+
Ambulante Hospizdienste bundesweit
100%
Kostenlose Beratung über Pflegeberatung
KOSTEN & ENTWICKLUNG

Wie Menschen ein Hospiz finden

Hausarzt/Arzt 35%

Häufigster Weg — Ärzte kennen das regionale Angebot

Pflegeberatung 25%

Krankenkasse, Pflegestützpunkte beraten regional

DHPV-Verzeichnis 20%

Online-Suche nach PLZ und Ort

Krankenhaus/Sozialdienst 15%

Vermittlung bei Entlassung aus dem Krankenhaus

Kirche/Wohlfahrtsverbände 5%

Caritas, Diakonie, DRK, örtliche Gemeinden

CHECKLISTE

Checkliste: Hospiz finden — Schritt für Schritt

Diese Checkliste hilft, strukturiert vorzugehen und nichts zu vergessen. Gehen Sie die Punkte nacheinander oder nach Bedarf durch.

1

Versorgungsbedarf klären

Brauchen Sie einen ambulanten Hospizdienst für Begleitung zu Hause oder ein stationäres Hospiz für 24-Stunden-Versorgung? Sprechen Sie mit dem Hausarzt über die palliative Diagnose und den Versorgungsaufwand.

2

Regionale Suche starten

Nutzen Sie das DHPV-Verzeichnis, um nach PLZ oder Ort zu suchen. Notieren Sie sich die Kontaktdaten der in Frage kommenden Hospizdienste und stationären Hospize. Pflegeberatung und Hausarzt ergänzen die Recherche.

3

Kosten und Finanzierung klären

Ambulante Hospizdienste sind kostenlos. Bei stationären Hospizen klären Sie Eigenanteil (ca. 10 bis 15 Euro/Tag), Kostenträger und Sozialamt. Die Pflegeberatung hilft bei der Klärung und bei Anträgen.

4

Erstkontakt und Gespräch

Rufen Sie an oder vereinbaren Sie ein Besuchsgespräch. Beim ambulanten Dienst klärt die hauptamtliche Koordination die Situation. Beim stationären Hospiz lernen Sie Räume und Team kennen. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich.

5

Entscheidung und Begleitung

Wenn es passt, beginnen die Begleitung oder das Aufnahmeverfahren. Bei Wartezeiten klären Sie Alternativen — Kurzzeitpflege, Verstärkung ambulanter Versorgung, SAPV. Behalten Sie den Überblick und scheuen Sie nicht, nachzufragen.

PRAXIS-TIPPS

Tipps zur Hospizsuche

01

Das DHPV-Verzeichnis ist die umfassendste Quelle — nutzen Sie die Suche nach PLZ oder Ort.

02

Kombinieren Sie Wege: DHPV-Recherche, Pflegeberatung und Hausarzt ergänzen sich.

03

Ambulante Hospizdienste sind kostenlos — ein Anruf verpflichtet zu nichts.

04

Stationäre Hospize haben begrenzte Plätze. Frühzeitig anfragen und Alternativen einbeziehen.

05

Der persönliche Eindruck zählt. Ein Besuchsgespräch schafft Vertrauen und Klarheit.

06

Klären Sie die Finanzierung früh. Die Pflegeberatung hilft bei Eigenanteil und Sozialamt.

07

Bringen Sie die palliative Diagnose des Hausarztes mit — sie ist oft Voraussetzung für die Aufnahme.

08

Nutzen Sie Pflegestützpunkte der Kommunen für neutrale, kostenlose Beratung.

HÄUFIG GEFRAGT

Häufige Fragen zur Hospizsuche

Der einfachste Weg ist das Hospizverzeichnis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV), das eine Suche nach Postleitzahl oder Ort anbietet. Ergänzend helfen die Pflegeberatung der Krankenkasse, der Hausarzt und Pflegestützpunkte der Kommunen. Ein frühzeitiger Kontakt — auch nur für ein unverbindliches Gespräch — schafft Vertrauen und Zeit.

Das DHPV-Verzeichnis des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands listet alle anerkannten Hospize und Hospizdienste in Deutschland. Die Online-Suche nach PLZ oder Ort zeigt ambulante und stationäre Einrichtungen mit Kontaktdaten und Leistungsprofil. Es ist die umfassendste und aktuellste Quelle für die Hospizsuche.

Ja, die Pflegeberatung der Krankenkasse kennt das regionale Versorgungsangebot und berät kostenlos. Sie hilft bei der Einordnung des Pflegebedarfs, empfiehlt regionale Hospizdienste und stationäre Hospize und unterstützt bei der Klärung der Kostenübernahme. Auch Pflegestützpunkte der Kommunen bieten diese neutrale Beratung.

Ja, der Hausarzt kennt die medizinische Situation und hat oft Kontakte zu regionalen Hospizdiensten, SAPV-Teams und stationären Hospizen. Er kann die palliative Diagnose bestätigen, die für die Aufnahme nötig ist, und bei der Vermittlung unterstützen. Auch Fachärzte und Kliniksozialdienste sind wichtige Ansprechpartner.

Fünf Kriterien sind wichtig: ambulant oder stationär (je nach Versorgungsaufwand), regionale Erreichbarkeit, Leistungsprofil und Spezialisierung, Kosten und Finanzierung, persönlicher Eindruck. Ein Besuchsgespräch schafft Vertrauen und zeigt, ob die Atmosphäre passt.

Die Hospizsuche selbst ist kostenlos. DHPV-Verzeichnis, Pflegeberatung, Hausarzt und Pflegestützpunkte beraten ohne Kosten. Ambulante Hospizdienste sind ebenfalls kostenlos. Nur bei stationären Hospizen fällt ein Eigenanteil von ca. 10 bis 15 Euro pro Tag an, der von Krankenkasse, Pflegekasse und Sozialamt weitgehend übernommen wird.

Stationäre Hospize haben begrenzte Plätze und oft Wartezeiten. Klären Sie Alternativen: Kurzzeitpflege, vorübergehende Aufnahme im Pflegeheim, Verstärkung der ambulanten Versorgung durch SAPV oder zusätzliche Pflegedienste. Das Hospizteam oder die Pflegeberatung helfen bei der Klärung.

Ja, es gibt stationäre und ambulante Kinderhospize für sterbende Kinder und ihre Familien. Sie sind spezialisiert auf die Bedürfnisse von Kindern und Familien. Das DHPV-Verzeichnis listet auch Kinderhospize. Eine eigene Seite auf bestattung.de widmet sich dem Thema Kinder & Sterbebegleitung.

Ja, die meisten stationären Hospize bieten Besichtigungen und persönliche Gespräche an. Ein Besuch schafft Vertrauen, zeigt die Räumlichkeiten und das Team. Auch ambulante Hospizdienste laden zu unverbindlichen Gesprächen ein. Nutzen Sie diese Möglichkeit, besonders wenn eine Aufnahme infrage kommt.

So früh wie möglich. Hospizdienste und stationäre Hospize haben oft Wartezeiten, und die Klärung der Finanzierung braucht Zeit. Ein frühzeitiger Kontakt — auch nur für ein unverbindliches Gespräch — schafft Vertrauen, Zeit und Klarheit. Warten Sie nicht, bis es akut wird.

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