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Stationäres Hospiz

Ablauf, Aufenthalt, Eigenanteil ca. 10 bis 15 Euro pro Tag, multiprofessionelles Team, Räumlichkeiten und Aufnahme — alles, was Sie über das stationäre Hospiz wissen müssen, verständlich und einfühlsam erklärt.

Wohnliches Hospiz-Einzelzimmer mit Tageslicht, Bett und Sessel am Fenster
EINSTIEG

Stationäres Hospiz — Rund-um-die-Uhr-Begleitung in würdevollem Umfeld

Das stationäre Hospiz ist eine eigenständige Einrichtung für sterbende Menschen, deren Versorgung zu Hause oder im Pflegeheim nicht mehr sichergestellt werden kann. Ein multiprofessionelles Team aus Pflegekräften, Ärzten mit palliativmedizinischer Qualifikation, Sozialarbeitern, Psychologen, Seelsorgern und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sorgt für ganzheitliche Begleitung rund um die Uhr.

Die Kosten werden weitgehend von Krankenkasse und Pflegekasse übernommen. Der Eigenanteil liegt bei ca. 10 bis 15 Euro pro Tag — vergleichbar mit dem Pflegeheim-Eigenanteil. Zusätzlich können Kosten für Unterkunft und Verpflegung anfallen. Für Menschen ohne ausreichendes Einkommen übernimmt das Sozialamt den Eigenanteil.

Der Ablauf ist klar strukturiert: Anfrage, Aufnahme, Eingewöhnung, Aufenthalt und Abschied. Die Räumlichkeiten sind wohnlich gestaltet — Einzelzimmer, Gemeinschaftsräume, Garten und Andachtsraum schaffen ein würdevolles Umfeld. Angehörige sind jederzeit willkommen.

ABLUF

Der Ablauf eines Hospizaufenthalts

Ein Hospizaufenthalt folgt einem klaren Ablauf — von der Anfrage über die Aufnahme bis zum Abschied. Diese vier Phasen geben einen Überblick über den typischen Verlauf.

Phase 1

Anfrage und Aufnahme

Die Aufnahme beginnt mit einer Anfrage — meist vom Hausarzt, dem Sozialdienst eines Krankenhauses oder den Angehörigen. Das Hospiz prüft die medizinischen Voraussetzungen, klärt die Kostenübernahme mit Krankenkasse und Pflegekasse und führt ein Aufnahmegespräch.

Eigenschaften: Anfrage durch Arzt oder Angehörige, Kostenklärungsverfahren, Aufnahmegespräch.

Kosten: Keine Anmeldegebühr. Eigenanteil erst ab Aufnahme.

Vorteile: Klarer, strukturierter Ablauf, transparente Klärung der Finanzierung

Herausforderungen: Wartezeiten möglich, begrenzte Platzzahl, nicht überall verfügbar

Phase 2

Ankunft und Eingewöhnung

Bei der Ankunft wird der neue Gast willkommen geheißen. Ein Pflege- und Begleitungsplan wird gemeinsam erstellt. Das Zimmer wird eingerichtet, persönliche Gegenstände können mitgebracht werden. Angehörige sind jederzeit willkommen.

Eigenschaften: Willkommensgespräch, Pflegeplan, persönliche Einrichtung des Zimmers.

Kosten: Eigenanteil ca. 10 bis 15 Euro pro Tag ab dem Aufnahmetag.

Vorteile: Wohnliche Atmosphäre, persönliche Gestaltung, Angehörige willkommen

Herausforderungen: Gewöhnungsphase nötig, Abschied von der vertrauten Umgebung

Phase 3

Aufenthalt und Begleitung

Während des Aufenthalts sorgt das multiprofessionelle Team für medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Begleitung. Schmerztherapie, Symptomkontrolle, gemeinsame Mahlzeiten, Gespräche und Rituale prägen den Alltag. Die Würde des Menschen steht im Mittelpunkt.

Eigenschaften: 24-Stunden-Betreuung, multiprofessionelles Team, regelmäßige Visiten, ganzheitliche Begleitung.

Kosten: Eigenanteil ca. 10 bis 15 Euro pro Tag, plus Kosten für Unterkunft/Verpflegung.

Vorteile: Rund-um-die-Uhr-Versorgung, fachliche Expertise, würdevolles Umfeld

Herausforderungen: Kosten für Unterkunft und Verpflegung, Eigenanteil muss getragen werden

Phase 4

Sterben und Abschied

Wenn der Tod näher rückt, bleibt der Mensch im Mittelpunkt. Schmerzen werden gelindert, Symptome kontrolliert, Angehörige können da sein. Nach dem Tod stellt der Arzt den Tod fest, der Bestatter kann benachrichtigt werden. Angehörige haben Zeit für Abschied.

Eigenschaften: Symptomkontrolle bis zuletzt, Angehörigenbegleitung, Zeit für Abschied.

Kosten: Eigenanteil bis zum Todestag, danach Übergang zur Bestattung.

Vorteile: Würdevolles Sterben, Angehörige können da sein, Zeit für Abschied

Herausforderungen: Abschied vom Leben, Trauer der Angehörigen

Sterben ist ein Teil des Lebens. Das Hospiz macht diesen Teil so würdevoll wie möglich.
unbekannt
RÄUMLICHKEITEN

Wie ist ein stationäres Hospiz eingerichtet?

Stationäre Hospize sind keine Krankenhäuser. Sie sind wohnlich gestaltet und schaffen ein würdevolles, geborgenes Umfeld. Diese fünf Bereiche prägen das Bild eines typischen Hospizes.

Bereich 1: Einzel- und Doppelzimmer

Jeder Gast hat ein eigenes, wohnlich gestaltetes Zimmer — meist als Einzelzimmer mit eigenem Bad, Tageslicht, Bett, Sitzgelegenheit und Platz für persönliche Gegenstände. Angehörige können jederzeit zu Besuch kommen, in einigen Häusern auch übernachten.

Typischer Einsatz: Unterkunft, Privatsphäre, Besuche

Bereich 2: Gemeinschaftsräume

Aufenthaltsräume, Esszimmer und Küchen laden zum gemeinsamen Beisammensein ein. Mahlzeiten können gemeinsam eingenommen werden, Feste werden gefeiert. Diese Räume schaffen Normalität und Gemeinschaft in der letzten Lebensphase.

Typischer Einsatz: Mahlzeiten, Gemeinschaft, Feste

Bereich 3: Garten und Außenbereich

Die meisten stationären Hospize haben einen Garten oder Außenbereich. Er lädt zum Verweilen, Spazierengehen oder einfach zum Frischlufttanken ein und schafft Verbindung zur Natur — ein wichtiger Ort der Ruhe und Erholung.

Typischer Einsatz: Ruhe, Natur, Spaziergänge

Bereich 4: Andachtsraum / Stille Raum

Ein Andachts- oder Stiller Raum schafft Raum für Gebet, Meditation, Rituale und Andachten. Er ist konfessionsneutral und steht allen Gästen und Angehörigen offen — ein Ort der Besinnung in einer intensiven Zeit.

Typischer Einsatz: Gebet, Rituale, Besinnung, Seelsorge

Bereich 5: Angehörigenzimmer

Einige Hospize bieten Angehörigenzimmer an, in denen nahe Angehörige übernachten können. Dies ermöglicht es, in der letzten Phase beim sterbenden Menschen zu bleiben — besonders wichtig, wenn der Wohnort weiter entfernt ist.

Typischer Einsatz: Übernachtung, Nähe, Begleitung in der letzten Phase

VERGLEICH

Stationäres Hospiz im Vergleich

Wie unterscheidet sich das stationäre Hospiz von ambulantem Hospizdienst, Palliativstation und Pflegeheim? Diese Tabelle gibt einen Überblick.

SettingPersonalLeistungPlatzKostenDauer
Stationäres HospizMultiprofessionell24-Stunden-Versorgung1 Person pro Zimmerca. 10 bis 15 Euro/Tag EigenanteilWochen bis Monate
Ambulanter HospizdienstEhrenamtlichBegleitung & EntlastungZu Hause / PflegeheimKostenlosFlexibel, nach Bedarf
PalliativstationÄrztlich-pflegerischAkutbehandlung1 bis 2 Personen pro ZimmerKrankenkasseTage bis wenige Wochen
PflegeheimPflegerischLangzeitpflege1 bis 2 Personen pro Zimmerca. 50 bis 100 Euro/Tag EigenanteilMonate bis Jahre
ZAHLEN & FAKTEN

Stationäres Hospiz in Zahlen

330
Stationäre Hospize in Deutschland
15 Euro
Eigenanteil pro Tag (Durchschnitt)
8 bis 18
Tage durchschnittliche Aufenthaltsdauer
24/7
Stunden-Betreuung im Hospiz
KOSTEN & ENTWICKLUNG

Wer übernimmt die Kosten im stationären Hospiz

Krankenkasse 75%

Übernimmt den Großteil der Versorgungskosten nach § 39 SGB V

Pflegekasse 15%

Übernimmt pflegerische Leistungen nach SGB XI

Eigenanteil 10%

Ca. 10 bis 15 Euro pro Tag, vergleichbar mit Pflegeheim

Sozialamt 5%

Übernimmt den Eigenanteil bei Bedürftigkeit

WAHLKRITERIEN

Wann ist ein stationäres Hospiz die richtige Wahl?

Ein stationäres Hospiz ist nicht für jeden sterbenden Menschen die richtige Wahl. Diese fünf Schritte helfen bei der Entscheidung.

1

Häusliche Versorgung prüfen

Ist die häusliche Versorgung mit Pflegedienst, SAPV und Angehörigen noch realistisch? Wenn nicht, kommt ein stationäres Hospiz infrage. Der Hausarzt oder die Pflegeberatung helfen bei der Einschätzung.

2

Palliative Diagnose klären

Voraussetzung für die Aufnahme ist eine palliative Diagnose — eine unheilbare Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung. Der Hausarzt oder behandelnde Arzt bestätigt dies für das Aufnahmeverfahren.

3

Kostenübernahme klären

Krankenkasse und Pflegekasse übernehmen den Großteil. Der Eigenanteil liegt bei ca. 10 bis 15 Euro pro Tag. Bei Bedürftigkeit übernimmt das Sozialamt. Die Pflegeberatung hilft bei der Klärung.

4

Regionales Hospiz finden

Über das DHPV-Verzeichnis, die Pflegeberatung oder den Hausarzt lässt sich das nächste stationäre Hospiz finden. Wichtig: begrenzte Platzzahl, frühzeitig anfragen.

5

Persönliches Gespräch

Ein persönliches Besuchsgespräch schafft Vertrauen. Hier lernen alle Beteiligten das Hospiz, das Team und die Räumlichkeiten kennen. Auch der sterbende Mensch sollte, wenn möglich, einbezogen werden.

PRAXIS-TIPPS

Tipps zum stationären Hospiz

01

Der Eigenanteil liegt bei ca. 10 bis 15 Euro pro Tag. Bei Bedürftigkeit übernimmt das Sozialamt — fragen Sie die Pflegeberatung.

02

Stationäre Hospize haben begrenzte Plätze. Bei Bedarf frühzeitig anfragen und Alternativen wie Kurzzeitpflege einbeziehen.

03

Persönliche Gegenstände können mitgebracht werden — Fotos, Bilder, ein Lieblingsstuhl machen das Zimmer persönlicher.

04

Angehörige sind jederzeit willkommen. Klären Sie, ob Übernachtungsmöglichkeiten bestehen.

05

Das multiprofessionelle Team koordiniert alle Versorgungsbereiche — medizinisch, pflegerisch, psychosozial, spirituell.

06

Der Hausarzt kann in das Hospizteam einbezogen werden. Klären Sie, wer die medizinische Hauptverantwortung übernimmt.

07

Fragen Sie nach Seelsorge und spirituellen Angeboten. Andachtsraum und Rituale sind Teil des hospizlichen Alltags.

08

Nach dem Tod bleibt Zeit für Abschied. Der Bestatter kann in Ruhe benachrichtigt werden — Eile ist nicht nötig.

HÄUFIG GEFRAGT

Häufige Fragen zum stationären Hospiz

Der Eigenanteil liegt bei ca. 10 bis 15 Euro pro Tag — vergleichbar mit dem Pflegeheim-Eigenanteil. Krankenkasse und Pflegekasse übernehmen den Großteil. Zusätzlich können Kosten für Unterkunft und Verpflegung anfallen. Für Menschen ohne ausreichendes Einkommen übernimmt das Sozialamt den Eigenanteil. Die Pflegeberatung hilft bei der Klärung der individuellen Kosten.

Die Krankenkasse übernimmt nach § 39 SGB V den Großteil der Versorgungskosten. Die Pflegekasse übernimmt pflegerische Leistungen nach SGB XI. Der Eigenanteil von ca. 10 bis 15 Euro pro Tag wird vom Patienten oder den Angehörigen getragen. Bei Bedürftigkeit übernimmt das Sozialamt den Eigenanteil — ein Anspruch, der oft wenig bekannt ist.

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei 8 bis 18 Tagen, kann aber Wochen bis Monate betragen. Die Dauer hängt vom Krankheitsverlauf, der Symptomlast und den individuellen Bedürfnissen ab. Manche Menschen kommen zur Symptomstabilisierung und kehren nach Hause zurück, andere verbleiben bis zum Lebensende.

Die Aufnahme beginnt mit einer Anfrage — meist vom Hausarzt, dem Sozialdienst eines Krankenhauses oder den Angehörigen. Das Hospiz prüft die medizinischen Voraussetzungen, klärt die Kostenübernahme mit Krankenkasse und Pflegekasse und führt ein Aufnahmegespräch. Wichtig: begrenzte Platzzahl, frühzeitig anfragen.

Ein stationäres Hospiz ist spezialisiert auf sterbende Menschen mit palliativer Diagnose und begrenzter Lebenserwartung. Ein Pflegeheim ist auf Langzeitpflege ausgerichtet. Das Hospiz bietet Rund-um-die-Uhr-Versorgung durch ein multiprofessionelles Team mit palliativmedizinischer Expertise, das Pflegeheim bietet Grund- und Behandlungspflege. Der Eigenanteil im Hospiz ist deutlich niedriger als im Pflegeheim.

Ja, die meisten stationären Hospize bieten Besichtigungen und persönliche Gespräche an. Ein Besuch schafft Vertrauen, zeigt die Räumlichkeiten und das Team. Auch Angehörige sollten dabei sein. Klären Sie, ob Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige bestehen und wie die Besuchszeiten geregelt sind.

Manche Menschen kommen zur Symptomstabilisierung ins Hospiz und können nach Hause zurückkehren, wenn die Symptome kontrolliert sind und die häusliche Versorgung wieder sichergestellt ist. Eine Entlassung ist möglich und kein Versagen — sie zeigt, dass die häusliche Versorgung wieder leistbar ist.

Ja, der Hausarzt kann in das Hospizteam einbezogen werden und weiter behandeln. In vielen Hospizen übernimmt jedoch ein palliativmedizinisch qualifizierter Arzt des Hauses die primäre Betreuung. Klären Sie im Vorfeld, wer die medizinische Hauptverantwortung übernimmt und wie die Kommunikation mit dem Hausarzt gestaltet wird.

Der Arzt stellt den Tod fest. Danach kann der Bestatter benachrichtigt werden — in Ruhe, ohne Eile. Angehörige haben Zeit für Abschied und Trauer. Das Hospizteam unterstützt in der ersten Trauerphase und hilft beim Übergang zur Bestattung. In einigen Hospizen können Angehörige nach dem Tod noch beim Verstorbenen bleiben.

Ja, stationäre Hospize haben begrenzte Plätze und oft Wartezeiten. Bei Bedarf frühzeitig anfragen und Alternativen wie Kurzzeitpflege, vorübergehende Pflegeheim-Aufnahme oder Verstärkung der ambulanten Versorgung einbeziehen. Das Hospizteam kann bei der Klärung helfen.

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