Menü

Inserieren Sie in Ihrer Region

Präsentieren Sie Ihr Bestattungshaus, Ihre Steinmetzwerkstatt oder Ihren Blumenladen genau dort, wo Familien suchen.

Jetzt Inserieren

Schmerztherapie am Lebensende

Die Schmerztherapie am Lebensende lindert Schmerzen und erhält die Lebensqualität. WHO-Stufenschema, Opioide, Nebenwirkungen und individuelles Schmerzassessment — verständlich erklärt.

Schmerztherapie am Lebensende
EINSTIEG

Schmerztherapie — mehr als nur Medikamente

Schmerzen sind eines der häufigsten Symptome am Lebensende — etwa 60 bis 80 % der Patienten in der Palliativphase leiden unter Schmerzen. Die gute Nachricht: Schmerzen lassen sich in den allermeisten Fällen gut lindern. Ziel der Schmerztherapie ist Schmerzfreiheit oder erträgliche Schmerzen.

Grundlage der Schmerztherapie ist das WHO-Stufenschema, das von nicht-Opioid-Analgetika über schwache Opioide bis zu starken Opioiden reicht. Ergänzt wird es durch Koanalgetika, Begleitmedikation und nicht-medikamentöse Maßnahmen. Die Therapie wird individuell an den Patienten und seine Schmerzart angepasst.

WHO-STUFENSCHEMA

Das WHO-Stufenschema der Schmerztherapie

Das WHO-Stufenschema ist die Grundlage der medikamentösen Schmerztherapie. Es reicht von nicht-Opioid-Analgetika über schwache Opioide bis zu starken Opioiden — ergänzt durch Koanalgetika.

Stufe 1

Nicht-Opioid-Analgetika

Beispiele: Paracetamol, Metamizol, NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac

Indikation: Leichte Schmerzen, oft als Basistherapie

Nebenwirkungen: Magenschmerzen, Leberbelastung (Paracetamol), Nierenbelastung (NSAR), Blutungsrisiko

Stufe 2

Schwache Opioide

Beispiele: Tramadol, Tilidin, Codein, Dihydrocodein

Indikation: Mittlere Schmerzen, wenn Stufe 1 nicht ausreicht

Nebenwirkungen: Übelkeit, Schwindel, Verstopfung, Müdigkeit

3

Starke Opioide

Beispiele: Morphin, Fentanyl, Hydromorphon, Oxycodon, Buprenorphin

Indikation: Starke bis stärkste Schmerzen, Schmerzspitzen

Nebenwirkungen: Übelkeit, Verstopfung, Müdigkeit, Atemdepression (selten bei richtiger Dosierung)

Ergänzend

Koanalgetika und Begleitmedikation

Beispiele: Antidepressiva, Antikonvulsiva, Kortison, Bisphosphonate, Antiemetika, Laxantien

Indikation: Nervenschmerzen, Knochenschmerzen, Begleitsymptome

Nebenwirkungen: Individuell je nach Medikament, oft Müdigkeit, Mundtrockenheit

Schmerzfreiheit ist kein Luxus am Lebensende — sie ist ein Menschenrecht.
unbekannt
SCHMERZARTEN

Welche Schmerzarten gibt es?

Schmerzen sind nicht gleich Schmerzen. Die Schmerzart bestimmt, welche Medikamente wirken. Diese Übersicht zeigt die wichtigsten Schmerzarten am Lebensende und ihre Behandlung.

Nozizeptiver Schmerz

Schmerz durch Gewebeschädigung — etwa Knochenschmerzen, Tumorschmerzen, Entzündungsschmerzen. Gut ansprechend auf Opioide.

Behandlung: WHO-Stufenschema, Opioide, Koanalgetika wie NSAR oder Kortison.

Neuropathischer Schmerz

Schmerz durch Nervenschädigung — etwa Nerveninfiltration durch Tumor, chemotherapiebedingte Polyneuropathie. Oft brennend, einschießend.

Behandlung: Antidepressiva (Amitriptylin), Antikonvulsiva (Gabapentin, Pregabalin), Opioide ergänzend.

Viszeraler Schmerz

Schmerz aus den inneren Organen — etwa Leberkapselspannung, Darmverschluss. Oft dumpf, krampfartig.

Behandlung: Opioide, Spasmolytika, bei Leberkapselspannung Kortison, bei Darmverschluss eventuell operativ.

Durchbruchschmerz

Plötzlich auftretende Schmerzspitzen trotz Basismedikation. Kann Bewegung, Husten oder Wundpflege auslösen.

Behandlung: Bedarfsmedikation mit schnell wirksamen Opioiden (Fentanyl als Nasenspray oder Lutschtablette).

NEBENWIRKUNGEN

Nebenwirkungen der Opioidtherapie

Opioide sind wirksam, haben aber Nebenwirkungen. Die meisten lassen sich durch prophylaktische Begleitmedikation oder Dosisanpassung behandeln.

Übelkeit und Erbrechen

Häufig zu Beginn der Opioidtherapie, meist nach 7 bis 14 Tagen abklingend

Behandlung: Antiemeetika (Haloperidol, Metoclopramid), langsame Aufdosierung, viel Flüssigkeit.

Verstopfung (Obstipation)

Sehr häufig, persistsierend — gewöhnungsbedürftig kaum

Behandlung: Prophylaktische Laxantien (Macrogol, Bisacodyl), ballaststoffreiche Ernährung, viel trinken.

Müdigkeit und Sedierung

Häufig zu Beginn, meist im Laufe der Therapie abnehmend

Behandlung: Dosisanpassung, Wechsel des Opioids, evtl. Psychostimulanzien, keine Aktivitätseinschränkung.

Atemdepression

Selten bei richtiger Dosierung, gefährlich bei Überdosierung

Behandlung: Dosisanpassung, im Notfall Naloxon als Antidot, Überwachung der Atemfunktion.

Mundtrockenheit

Häufig, besonders bei kombinierter Medikation

Behandlung: Regelmäßige Mundpflege, künstlicher Speichel, zuckerfreie Bonbons, viel trinken.

Juckreiz und Hautreaktionen

Gelegentlich, meist mild

Behandlung: Antihistaminika, Hautpflege, Wechsel des Opioids in seltenen Fällen.

ZAHLEN & FAKTEN

Schmerztherapie in Zahlen

80 %
Anteil der Patienten mit Schmerzen in der Palliativphase
3
Stufen des WHO-Stufenschemas
90 %
Anteil der Schmerzen, die gut linderbar sind
10
Maximale Schmerzintensität auf der NRS-Skala
KOSTEN & ENTWICKLUNG

Häufigkeit von Nebenwirkungen der Opioidtherapie

Verstopfung (Obstipation) 90 %

Sehr häufig, persistsierend, prophylaktische Laxantien erforderlich

Übelkeit und Erbrechen 30 bis 60 %

Häufig zu Beginn, meist nach 7 bis 14 Tagen abklingend

Müdigkeit und Sedierung 20 bis 60 %

Häufig zu Beginn, meist im Verlauf abnehmend

Mundtrockenheit 20 bis 40 %

Häufig, besonders bei kombinierter Medikation

Atemdepression unter 1 %

Selten bei richtiger Dosierung, gefährlich bei Überdosierung

SCHMERZASSESSMENT

Wie wird Schmerz gemessen?

Das Schmerzassessment ist die Grundlage jeder Schmerztherapie. Nur wer den Schmerz erfasst, kann ihn gezielt behandeln. Diese Methoden werden am Lebensende eingesetzt.

1

Numerische Ratingskala (NRS)

Patient bewertet Schmerz von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz). Häufig verwendet, einfach anzuwenden.

2

Visuelle Analogskala (VAS)

Patient markiert Schmerzintensität auf einer Linie von 0 bis 10. Ähnlich wie NRS, aber visuell.

3

Gesichtsskala (FPS-R)

Patient wählt ein Gesicht, das seinen Schmerz am besten ausdrückt. Besonders für Kinder oder kognitiv eingeschränkte Patienten.

4

Körperkarten

Patient markiert Schmerzorte auf einer Körperskizze. Hilft, verschiedene Schmerzorte zu erfassen.

5

Verhaltensbeobachtung

Bei kognitiv eingeschränkten Patienten: Mimik, Körperhaltung, Abwehrreaktionen, Unruhe als Indikatoren für Schmerz.

6

Schmerztagebuch

Patient dokumentiert Schmerzintensität, Schmerzorte, Medikamenteneinnahme und Nebenwirkungen über mehrere Tage.

PRAXIS-TIPPS

Tipps zur Schmerztherapie am Lebensende

01

Schmerzfreiheit ist erreichbar. Etwa 90 % der Schmerzen am Lebensende lassen sich gut lindern — mit dem WHO-Stufenschema und individueller Anpassung.

02

Sprechen Sie Schmerzen immer an. Schmerzen sind kein unvermeidlicher Teil der Erkrankung. Der Patient hat ein Recht auf Schmerzfreiheit.

03

Nehmen Sie Medikamente regelmäßig nach Zeitplan ein — nicht erst, wenn der Schmerz wieder da ist. So wird ein konstanter Wirkstoffspiegel erreicht.

04

Sprechen Sie Nebenwirkungen an. Übelkeit, Verstopfung und Müdigkeit lassen sich behandeln — prophylaktisch oder durch Dosisanpassung.

05

Bei Durchbruchschmerzen gibt es schnell wirksame Opioide als Nasenspray oder Lutschtablette. Sprechen Sie mit dem Arzt über eine Bedarfsmedikation.

06

Dokumentieren Sie den Schmerz in einem Schmerztagebuch — Intensität, Zeit, Medikamente. So kann der Arzt die Therapie anpassen.

07

Nutzen Sie nicht-medikamentöse Maßnahmen ergänzend: Wärme, Kälte, Lagerung, Entspannungsverfahren, Begleitung. Sie können die Medikamentendosis reduzieren.

08

Zögern Sie nicht, eine Schmerztherapie anzupassen. Wenn ein Medikament nicht wirkt oder Nebenwirkungen hat, gibt es Alternativen. Der Arzt kann wechseln.

HÄUFIG GEFRAGT

Häufige Fragen zur Schmerztherapie am Lebensende

Das WHO-Stufenschema ist die Grundlage der medikamentösen Schmerztherapie. Es reicht von nicht-Opioid-Analgetika (Stufe 1: Paracetamol, Ibuprofen) über schwache Opioide (Stufe 2: Tramadol, Tilidin) bis zu starken Opioiden (Stufe 3: Morphin, Fentanyl). Ergänzt wird es durch Koanalgetika und Begleitmedikation.

In etwa 90 % der Fälle lassen sich Schmerzen am Lebensende gut lindern. In den restlichen Fällen ist eine Linderung auf ein erträgliches Maß möglich. Schmerzfreiheit ist ein realistisches Ziel — nicht immer erreichbar, aber erstrebenswert.

Opioide sind Medikamente, die an Opioidrezeptoren im Körper wirken und Schmerzen lindern. Es gibt schwache Opioide (Tramadol, Tilidin) und starke Opioide (Morphin, Fentanyl, Hydromorphon). Starke Opioide sind die wichtigsten Medikamente für starke Schmerzen am Lebensende.

Bei therapeutischer Verwendung in der Schmerztherapie entsteht keine Abhängigkeit im Sinne einer Suchterkrankung. Es kann eine körperliche Abhängigkeit entstehen, die ein Ausschleichen der Medikamente erfordert. Bei lebensbegrenzenden Erkrankungen ist dies in der Regel kein Thema.

Häufigste Nebenwirkungen sind Verstopfung (90 %), Übelkeit (30 bis 60 %), Müdigkeit (20 bis 60 %) und Mundtrockenheit (20 bis 40 %). Atemdepression ist selten (unter 1 %) bei richtiger Dosierung. Die meisten Nebenwirkungen lassen sich behandeln oder klingen im Verlauf ab.

Durchbruchschmerzen sind plötzlich auftretende Schmerzspitzen trotz Basismedikation. Sie können durch Bewegung, Husten oder Wundpflege ausgelöst werden. Behandelt werden sie mit schnell wirksamen Opioiden als Bedarfsmedikation — etwa Fentanyl als Nasenspray oder Lutschtablette.

Schmerz wird mit verschiedenen Methoden gemessen: Numerische Ratingskala (NRS: 0 bis 10), Visuelle Analogskala (VAS), Gesichtsskala (für Kinder oder kognitiv eingeschränkte Patienten), Körperkarten und Verhaltensbeobachtung bei kognitiv eingeschränkten Patienten.

Koanalgetika sind Medikamente, die nicht primär als Schmerzmittel entwickelt wurden, aber schmerzlindernd wirken — etwa Antidepressiva (Amitriptylin) und Antikonvulsiva (Gabapentin, Pregabalin) bei neuropathischen Schmerzen, Kortison bei Knochenschmerzen oder Bisphosphonate bei Knochenmetastasen.

Ja, in der Palliativmedizin werden oft mehrere Medikamente kombiniert — etwa ein retardiertes Opioid als Basismedikation plus ein schnell wirksames Opioid als Bedarfsmedikation für Durchbruchschmerzen. Die Kombination mit Koanalgetika und Begleitmedikation ist üblich.

Wenn die Schmerztherapie nicht wirkt, sollte der Arzt die Medikation anpassen — Dosis erhöhen, Opioid wechseln, Koanalgetika ergänzen oder andere Schmerzarten berücksichtigen. Auch nicht-medikamentöse Maßnahmen und eine Überprüfung der Diagnose können helfen. Ein Schmerztherapeut oder Palliativmediziner kann hinzugezogen werden.

EMPFEHLUNGEN

Empfohlene Partner

Sorgfältig ausgewählte Angebote für die Pflege und Sterbebegleitung

Solidar Versicherung

Die Solidar Versicherung bietet eine faire Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung. Schon ab geringen monatlichen Beiträgen sichern Sie Ihre Angehörigen vor den Kosten der Bestattung ab. Garantierte Auszahlung im Todesfall, transparente Konditionen und persönliche Beratung.

Vorteil: Keine Gesundheitsprüfung, garantierte Auszahlung, faire Beiträge, soziales Engagement.

Zur Solidar Versicherung

Die Bayerische

Die Bayerische ist eine mittelständische Versicherung mit über 150 Jahren Erfahrung. Sie bietet Sterbegeldversicherungen, Risikolebensversicherungen, Privathaftpflicht und viele weitere Vorsorgeprodukte — mit persönlichem Service und fairen Konditionen.

Vorteil: Mittelständische Versicherung seit 1870, persönliche Beratung, flexible Tarifwahl.

Zur Bayerischen Versicherung

smartkuendigen

Verträge rechtssicher kündigen — smartkuendigen übernimmt die Kündigung von Versicherungen, Abonnements und Mitgliedschaften des Verstorbenen. Sie geben die Vertragsdaten ein, smartkuendigen erstellt das Kündigungsschreiben, kümmert sich um die fristgerechte Zustellung und bestätigt die Durchführung. Ideal, wenn nach einem Todesfall viele Verträge gekündigt werden müssen.

Vorteil: Rechtssichere Kündigung, fristgerechte Zustellung, voller Service.

Verträge kündigen

Vivat

Christliche Bücher, religiöse Geschenke und stimmungsvolle Dekoration für Trauer und Gedenken. Vivat führt über 100.000 Produkte — von Trauerbüchern und Trostheften über Gedenkkerzen und Andachtskarten bis hin zur Friedhofsdekoration. Ideal für Angehörige, die nach einem passenden Geschenk der Anteilnahme suchen.

Vorteil: Über 100.000 Produkte, christlich-spirituelle Ausrichtung, schneller Versand.

Trauer-Geschenke bei Vivat

Hinweis: Die mit Empfehlung gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. bestattung.de erhält eine Provision ohne Mehrkosten für Sie. Wir empfehlen nur Partner, deren Angebote wir für sinnvoll erachten.

Schmerztherapeutische Beratung finden

Sie benötigen Unterstützung bei der Schmerztherapie am Lebensende? Finden Sie qualifizierte Schmerztherapeuten und Palliativmediziner in Ihrer Region.

Schmerztherapie suchen

Beratung und Unterstützung direkt vom Fachdienst