Menü

Inserieren Sie in Ihrer Region

Präsentieren Sie Ihr Bestattungshaus, Ihre Steinmetzwerkstatt oder Ihren Blumenladen genau dort, wo Familien suchen.

Jetzt Inserieren

Palliativmedizin & Symptomkontrolle

Palliativmedizin lindert Symptome, erhält Lebensqualität und begleitet Menschen am Lebensende — körperlich, psychisch, sozial und spirituell. Definition, WHO-Definition und das multiprofessionelle Team.

Palliativmedizin und Symptomkontrolle
EINSTIEG

Palliativmedizin — mehr als nur Schmerztherapie

Die Palliativmedizin ist eine medizinische Fachdisziplin, die sich der Versorgung von Menschen mit nicht heilbaren Erkrankungen widmet. Ziel ist nicht die Heilung, sondern die Linderung von Symptomen — von Schmerzen über Atemnot bis hin zu Angst und Unruhe. Im Mittelpunkt steht die Lebensqualität des Patienten.

Die WHO-Definition von 2020 beschreibt Palliativmedizin als einen Ansatz, der die Lebensqualität von Patienten und ihren Familien verbessert, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung von Leiden, durch frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen — körperlicher, psychosozialer und spirituelle Natur.

SYMPTOME

Häufige Symptome in der Palliativphase

Palliativmedizin lindert eine Vielzahl von Symptomen. Diese Übersicht zeigt die häufigsten Beschwerden, ihre Verbreitung und die Behandlung.

Schmerzen

WHO-Stufenschema, Opioide, Begleitmedikation, physikalische Maßnahmen. Ziel: Schmerzfreiheit oder erträgliche Schmerzen.

Häufigkeit: Sehr häufig — etwa 60 bis 80 % der Patienten in der Palliativphase

Atemnot

Sauerstoff, Morphine, Atemtherapie, aufrechte Position, psychische Begleitung. Ziel: Linderung der Atemnot.

Häufigkeit: Etwa 50 bis 70 % der Patienten in der Palliativphase

Übelkeit und Erbrechen

Antiemetika, Ursachenbehandlung (Obstipation, Hirndruck), angepasste Ernährung. Ziel: Reduktion von Übelkeit.

Häufigkeit: Etwa 30 bis 50 % der Patienten in der Palliativphase

Angst und Unruhe

Psychologische Begleitung, Anxiolytika, Schlafhygiene, Begleitung durch Angehörige. Ziel: Angstminderung.

Häufigkeit: Etwa 25 bis 40 % der Patienten in der Palliativphase

Müdigkeit und Schwäche

Energieeinsatz priorisieren, physikalische Maßnahmen, angepasste Aktivität, Ernährungsberatung. Ziel: Erhalt der Lebensqualität.

Häufigkeit: Sehr häufig — über 70 % der Patienten

Delir und Verwirrtheit

Ursachenklärung (Infektion, Elektrolyte), milde Umgebungsbedingungen, Begleitung, medikamentöse Behandlung bei schwerem Delir.

Häufigkeit: Etwa 25 bis 35 % der Patienten, gegen Lebensende häufiger

Nicht dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben — das ist das Ziel der Palliativmedizin.
Cicely Saunders, Gründerin der modernen Hospizbewegung
CURATIVE VS. PALLIATIVE PHASE

Curative und palliative Phase — ein fließender Übergang

Palliativmedizin beginnt nicht erst am Lebensende. Sie kann bereits frühzeitig parallel zur kurativen Therapie eingesetzt werden — etwa bei der Schmerztherapie parallel zur Chemotherapie. In der Realität sind die Phasen oft fließend.

Curative Phase

Heilung ist das Ziel. Therapien richten sich auf die Beseitigung der Erkrankung. Lebensverlängerung und Heilung stehen im Vordergrund.

Schwerpunkt: Krankheitsbekämpfung

Beispiele: Chemotherapie, Operation, Strahlentherapie, medikamentöse Behandlung

Palliative Phase

Lebensqualität und Symptomlinderung stehen im Vordergrund. Heilung ist nicht mehr möglich, aber ein würdevolles Leben bis zuletzt.

Schwerpunkt: Lebensqualität, Symptomkontrolle, Würde

Beispiele: Schmerztherapie, psychosoziale Begleitung, Atemnottherapie, Sterbebegleitung

Übergangsphase

In der Realität sind curative und palliative Phasen oft fließend. Palliativmedizin kann bereits früh einsetzen, parallel zur kurativen Therapie.

Schwerpunkt: Kombination aus Heilung und Linderung

Beispiele: Schmerztherapie parallel zur Chemotherapie, psychosoziale Begleitung von Anfang an

MULTIPROFESSIONELLES TEAM

Das multiprofessionelle Palliativteam

Palliativmedizin wird von einem Team aus verschiedenen Berufsgruppen erbracht. Jede Rolle leistet einen eigenen Beitrag zur ganzheitlichen Versorgung.

Palliativärztinnen und -ärzte

Fachärzte für Palliativmedizin, koordinieren die Behandlung, verschreiben Medikamente, führen Gespräche mit Patient und Angehörigen.

Palliativ-Fachpflegekräfte

Spezialisierte Pflegekräfte, übernehmen die Pflege, beraten Angehörige, dokumentieren Symptome, sind oft erste Ansprechpartner.

Psychologinnen und Psychologen

Begleiten Patient und Angehörige, helfen bei Angst, Depression und Verarbeitung der Erkrankung, bieten Trauerbegleitung an.

Sozialarbeiterinnen und -arbeiter

Beraten zu sozialrechtlichen Fragen, Pflegegrad, Vollmachten, finanziellen Hilfen, unterstützen bei Behördengängen.

Seelsorgerinnen und Seelsorger

Begleiten spirituell, bieten Gespräche an, unterstützen bei existenziellen Fragen, conducted Sterberituale.

Physiotherapeutinnen und -therapeuten

Erhalten Mobilität, lindern Schmerzen durch physikalische Maßnahmen, helfen bei Atemtherapie und Lagerung.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer

Begleiten Patient und Angehörige im Alltag, entlasten pflegende Angehörige, bieten Zeit und Präsenz.

Spezialisierte Schmerztherapeuten

Fachärzte für Schmerztherapie, erstellen individuelle Schmerzpläne, passen Medikamente an, beraten zu Nebenwirkungen.

ZAHLEN & FAKTEN

Palliativmedizin in Zahlen

80 %
Anteil der Patienten mit Schmerzen in der Palliativphase
70 %
Anteil der Patienten mit Atemnot in der Palliativphase
8
Berufsgruppen im multiprofessionellen Palliativteam
2020
Jahr der aktuellen WHO-Definition der Palliativmedizin
KOSTEN & ENTWICKLUNG

Häufigkeit von Symptomen in der Palliativphase

Müdigkeit und Schwäche 70 %

Am häufigsten, nimmt zur Lebensende zu

Schmerzen 60 bis 80 %

Sehr häufig, gut behandelbar mit WHO-Stufenschema

Atemnot 50 bis 70 %

Häufig, linderbar durch Sauerstoff und Opioide

Übelkeit und Erbrechen 30 bis 50 %

Mittelhäufig, behandelbar mit Antiemetika

Angst und Unruhe 25 bis 40 %

Mittelhäufig, linderbar durch Begleitung und Anxiolytika

GRUNDSÄTZE

Die 6 Grundsätze der Palliativmedizin

Die Palliativmedizin folgt zentralen Grundsätzen, die sich aus der WHO-Definition und der Praxis ergeben. Diese Prinzipien leiten das Handeln des Palliativteams.

1

Symptomlinderung

Die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen steht im Zentrum der Palliativmedizin.

2

Lebensqualität

Die Lebensqualität des Patienten hat Vorrang vor der Lebensverlängerung. Der Patient bestimmt, was für ihn Lebensqualität bedeutet.

3

Ganzheitliche Betreuung

Palliativmedizin betrachtet den Menschen ganz — körperlich, psychisch, sozial und spirituell.

4

Unterstützung der Angehörigen

Angehörige werden in die Betreuung einbezogen und selbst begleitet — auch über den Tod hinaus in der Trauerphase.

5

Selbstbestimmung

Der Patient entscheidet über Therapieziele und Maßnahmen. Wünsche und Vorstellungen werden respektiert.

6

Multiprofessionelles Team

Palliativmedizin wird von einem Team aus Ärzten, Pflegekräften, Psychologen, Sozialarbeitern und Seelsorgern erbracht.

PRAXIS-TIPPS

Tipps zur Palliativmedizin

01

Palliativmedizin beginnt nicht erst am Lebensende. Sie kann frühzeitig parallel zur kurativen Therapie eingesetzt werden — etwa bei Schmerztherapie parallel zu Chemotherapie.

02

Sprechen Sie mit dem behandelnden Arzt über palliative Optionen, wenn Symptome zunehmen. Eine palliative Begleitung ist kein Verzicht, sondern eine Erweiterung.

03

Palliativmedizin lindert nicht nur Schmerzen, sondern auch Atemnot, Übelkeit, Angst und Unruhe. Alle Symptome sind behandlungsbedürftig.

04

Lassen Sie sich von der Pflegekasse beraten, ob ein Anspruch auf SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) besteht. SAPV ist eine spezialisierte Form der Palliativmedizin zu Hause.

05

Beziehen Sie Angehörige in die palliative Begleitung ein. Palliativmedizin unterstützt nicht nur den Patienten, sondern auch die Familie.

06

Stellen Sie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sicher. Die Selbstbestimmung des Patienten ist zentral in der Palliativmedizin.

07

Sprechen Sie offen über Wünsche und Vorstellungen. Palliativmedizin respektiert, was Lebensqualität für den Patienten bedeutet.

08

Nutzen Sie die psychosoziale Begleitung. Psychologen und Sozialarbeiter gehören zum Palliativteam und helfen bei der Verarbeitung.

HÄUFIG GEFRAGT

Häufige Fragen zur Palliativmedizin

Palliativmedizin ist eine medizinische Fachdisziplin, die sich der Versorgung von Menschen mit nicht heilbaren Erkrankungen widmet. Ziel ist nicht die Heilung, sondern die Linderung von Symptomen — von Schmerzen über Atemnot bis hin zu Angst und Unruhe. Im Mittelpunkt steht die Lebensqualität des Patienten.

Die WHO definiert Palliativmedizin (2020) als einen Ansatz, der die Lebensqualität von Patienten und ihren Familien verbessert, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung von Leiden, durch frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen — körperlicher, psychosozialer und spirituelle Natur.

Palliativmedizin beginnt nicht erst am Lebensende. Sie kann frühzeitig parallel zur kurativen Therapie eingesetzt werden — etwa bei der Schmerztherapie parallel zur Chemotherapie. In der Realität sind curative und palliative Phasen oft fließend.

Nein. Sterbebegleitung ist ein Teil der Palliativmedizin, der erst in der letzten Lebensphase einsetzt. Palliativmedizin kann bereits Monate oder Jahre vor dem Lebensende beginnen, wenn Symptome gelindert werden müssen.

Das Palliativteam ist multiprofessionell: Palliativärzte, Palliativ-Fachpflegekräfte, Psychologen, Sozialarbeiter, Seelsorger, Physiotherapeuten, ehrenamtliche Helfer und spezialisierte Schmerztherapeuten. Jede Rolle leistet einen eigenen Beitrag zur ganzheitlichen Versorgung.

Kurativ bedeutet, dass Heilung das Ziel der Therapie ist — etwa durch Operation oder Chemotherapie. Palliativ bedeutet, dass Heilung nicht mehr möglich ist und die Lebensqualität durch Symptomlinderung im Vordergrund steht. In der Praxis sind beide Phasen oft fließend.

Palliativmedizin lindert Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Angst, Unruhe, Müdigkeit, Delir und weitere Symptome. Häufigste Symptome sind Schmerzen (60 bis 80 %), Atemnot (50 bis 70 %) und Müdigkeit (über 70 %).

Palliativmedizin kann zu Hause (SAPV), in Palliativstationen, in Krankenhäusern mit Palliativteams (Konsiliardienste), in Hospizen oder in Pflegeheimen stattfinden. Die settings sind vielfältig und richten sich nach dem Bedarf des Patienten.

Ja. Palliativmedizin betrachtet immer den Patienten und seine Familie. Angehörige werden in die Betreuung einbezogen, selbst begleitet und nach dem Tod in der Trauerphase unterstützt.

Palliativmedizin wird von der Krankenkasse oder Pflegekasse übernommen. SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) ist für Versicherte mit соответствender Indikation kostenlos. Auch stationäre Palliativversorgung wird von der Krankenkasse finanziert.

EMPFEHLUNGEN

Empfohlene Partner

Sorgfältig ausgewählte Angebote für die Pflege und Sterbebegleitung

Solidar Versicherung

Die Solidar Versicherung bietet eine faire Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsprüfung. Schon ab geringen monatlichen Beiträgen sichern Sie Ihre Angehörigen vor den Kosten der Bestattung ab. Garantierte Auszahlung im Todesfall, transparente Konditionen und persönliche Beratung.

Vorteil: Keine Gesundheitsprüfung, garantierte Auszahlung, faire Beiträge, soziales Engagement.

Zur Solidar Versicherung

Die Bayerische

Die Bayerische ist eine mittelständische Versicherung mit über 150 Jahren Erfahrung. Sie bietet Sterbegeldversicherungen, Risikolebensversicherungen, Privathaftpflicht und viele weitere Vorsorgeprodukte — mit persönlichem Service und fairen Konditionen.

Vorteil: Mittelständische Versicherung seit 1870, persönliche Beratung, flexible Tarifwahl.

Zur Bayerischen Versicherung

smartkuendigen

Verträge rechtssicher kündigen — smartkuendigen übernimmt die Kündigung von Versicherungen, Abonnements und Mitgliedschaften des Verstorbenen. Sie geben die Vertragsdaten ein, smartkuendigen erstellt das Kündigungsschreiben, kümmert sich um die fristgerechte Zustellung und bestätigt die Durchführung. Ideal, wenn nach einem Todesfall viele Verträge gekündigt werden müssen.

Vorteil: Rechtssichere Kündigung, fristgerechte Zustellung, voller Service.

Verträge kündigen

Vivat

Christliche Bücher, religiöse Geschenke und stimmungsvolle Dekoration für Trauer und Gedenken. Vivat führt über 100.000 Produkte — von Trauerbüchern und Trostheften über Gedenkkerzen und Andachtskarten bis hin zur Friedhofsdekoration. Ideal für Angehörige, die nach einem passenden Geschenk der Anteilnahme suchen.

Vorteil: Über 100.000 Produkte, christlich-spirituelle Ausrichtung, schneller Versand.

Trauer-Geschenke bei Vivat

Hinweis: Die mit Empfehlung gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. bestattung.de erhält eine Provision ohne Mehrkosten für Sie. Wir empfehlen nur Partner, deren Angebote wir für sinnvoll erachten.

Palliativmedizinische Beratung finden

Sie wünschen palliativmedizinische Beratung oder Unterstützung? Finden Sie qualifizierte Palliativdienste und Beratungsstellen in Ihrer Region.

Palliativberatung suchen

Beratung und Unterstützung direkt vom Fachdienst